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Dieselskandal: Volkswagen vergleicht sich mit Konsumenten in Österreich!

Im Jahr neun nach Auffliegen des Dieselskandals ist es so weit: Knapp 10.000 österreichische Dieselbesitzer bekommen nachträglich die eingeklagte Wertminderung abgegolten. Volkswagen zahlt 23 Millionen Euro



Wien – Im Lichte der Krise bei Volkswagen räumt Konzernchef Oliver Blume offenbar Altlasten aus dem Weg. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat sich mit Volkswagen auf einen Vergleich geeinigt. Der Wolfsburger Konzern zahlt 23 Millionen Euro, die rund 9800 betroffenen Fahrzeugbesitzer bekommen je nach Fahrzeugtyp im Schnitt also 2300 Euro, teilte der VKI am Mittwoch mit.


Da die Konsumentenschützer nicht auf Schadenersatz, sondern auf Wertpreisminderung geklagt haben, bekommen die Geschädigten Fahrzeughalter also nachträglich einen Preisnachlass, weil ihre Fahrzeuge eben nicht einwandfrei waren. Diverse Modelle von VW, Audi, Seat und Škoda mit dem Motorentyp EA189 entsprachen nicht den Abgasvorschriften und sind theoretisch noch immer vom Entzug der Zulassung bedroht. Sie mussten, wie von der deutschen Zulassungsbehörde Kraftfahrtbundesamt angeordnet, in die Werkstätten gerufen werden, um Softwareupdates aufzuspielen.

Die Sammelklagen waren im September 2018 eingebracht worden, also im dritten Jahr nachdem in den USA der Abgasbetrug aufgeflogen war. Da es in Österreich damals keine Sammelklagen im engeren Sinn gab, musste der VKI an allen 16 Landesgerichten Klage auf Preisminderung einbringen, man tat das mit Unterstützung des Prozessfinanzierers Omni Bridgeway, der diverse Prozesskosten trägt und an den bis zu 37 Prozent der Vergleichssumme abgetreten werden. Nach intensiven Verhandlungen habe man nun außergerichtlich eine Einigung für die VKI-Sammelklagen erzielen können, gab der VKI am Mittwoch bekannt. Die Betroffenen würden nun direkt vom VKI über das jeweilige Ergebnis für ihren Wagen und über die weitere Abwicklung informiert. Es sei ein großer Erfolg, dass diese Verfahren nun positiv abgeschlossen sind, sagte der Leiter der Abteilung "Aktionen" im VKI, Stefan Schreiner.


Stillschweigen über den Deal


Details wurden nicht genannt, es wurde auf Druck von Volkswagen Stillschweigen vereinbart – selbst die Abstufung des Auszahlungsbetrags nach Alter und Kaufpreis der Fahrzeuge wird nicht erläutert. Da die 23 Millionen Euro vollumfänglich an die geschädigten Dieselbesitzer ausgezahlt werden, liegt es nahe, dass Volkswagen die Kosten für Gerichtsverfahren und Sachverständigengutachten großteils übernommen hat.

Den nun erzielten Vergleich stufen mit der Materie vertraute Personen als akzeptabel und "im Rahmen des Erwartbaren" ein. Als Richtschnur galt stets der "Gütevergleich" in Deutschland aus dem Jahr 2020, bei dem sich der Verbraucherverband VZBV mit Volkswagen vor dem Oberlandesgericht Braunschweig auf eine Entschädigungssumme von 830 Millionen Euro einigte, die auf rund 260.000 ins Klagsregister eingetragene VW-Kunden aufgeteilt wurde. Die Autobesitzer erhielten je nach Alter und Typ ihres Diesels zwischen 1350 und 6257 Euro. Im Gegenzug mussten sie auf Klagen verzichten. Damit dämmte Volkswagen die Lasten durch den Dieselskandal ein, der den Konzern damals bereits mehr als 30 Milliarden Euro gekostet hatte.



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